NLP

Definition

Das Neuro-Linguistische Programmieren (NLP) gilt als bedeutsames Konzept für Kommunikation und Veränderung, das heute ganz besonders von den Menschen nachgefragt und genutzt wird, die beruflich mit Kommunikation zu tun haben.

NLP wird definiert als die Struktur der subjektiven Erfahrung. Es untersucht die Muster oder die »Programmierung«, die durch die Interaktion zwischen dem Gehirn (Neuro), der Sprache (linguistic) und dem Körper kreiert wird, und die sowohl effektives als auch ineffektives Verhalten produzieren können.


Wie es entstand

NLP entstand in den frühen 70-er Jahren aus der Zusammenarbeit von John Grinder, zu dieser Zeit Assistenzprofessor der Linguistik an der University of California in Santa Cruz und Richard Bandler, Student der Psychologie an dieser Universität. Richard Bandler hatte grosses Interesse an Psychotherapie. Gemeinsam untersuchten sie drei Spitzen-Therapeuten:
  • Fritz Perls, den innovativen Psychotherapeuten und Begründer der Gestalttherapie
  • Virginia Satir, die aussergewöhnliche Familientherapeutin
  • Milton Erikson, den weltbekannten Hypnotherapeuten

Bandler und Grinder hatten nicht die Absicht, eine neue Therapieschule zu begründen, sondern sie wollten die Muster identifizieren, die herausragende Therapeuten benutzten, und diese Muster an andere Menschen weitergeben. Sie gaben sich nicht mit Theorien ab; sie produzierten Modelle erfolgreicher Therapie, die in der Praxis funktionierten und anderen beigebracht werden konnten. Die drei Therapeuten, die sie modellierten, waren sehr unterschiedliche Persönlichkeiten, aber sie benutzten erstaunlich ähnliche Grundmuster. Bandler und Grinder nahmen diese Muster, verfeinerten sie und bildeten daraus ein elegantes Modell, das anwendbar ist für effektive Kommunikation, persönliche Veränderung, beschleunigtes Lernen und natürlich dazu, grösseren Genuss und Freude im Leben zu haben. Sie legten ihre ursprünglichen Entdeckungen in vier Büchern nieder, die zwischen 1975 und 1977 veröffentlicht wurden. Seither wächst die NLP-Literatur mit zunehmender Geschwindigkeit.


Drei-Minuten-Seminar

Wenn NLP je in einem Drei-Minuten-Seminar vorgestellt werden müsste, ginge dies ungefähr folgendermassen:

Der Vortragende käme hereinspaziert und würde sagen: "Meine sehr geehrten Damen und Herren, um im Leben erfolgreich zu sein, brauchen Sie sich nur drei Dinge zu merken. Erstens: Machen Sie sich klar, was Sie wollen; behalten Sie in jeder Situation eine klare Vorstellung von ihrem Ziel. Zweitens: Seien Sie wachsam und halten Sie Ihre Sinne offen, so dass Sie wahrnehmen, was Sie bekommen. Drittens: Haben Sie die Flexibilität, das, was Sie tun, so lange zu verändern, bis Sie das bekommen, was Sie wollen."

Dann würde er an die Tafel schreiben:
  • Ziel
  • Sinnesschärfe
  • Flexibilität

Und er würde den Raum verlassen. Ende des Seminars.

Das erste ist die Fertigkeit, Dein Ziel zu kennen. Wenn Du nicht weisst, wohin Du gehen willst, wird es schwierig, dort anzukommen.

Ein wichtiger Teil des NLP ist das Training der Sinnesschärfe: wohin Du Deine Aufmerksamkeit richten sollst und wie Du Deine Filter verändern und erweitern kannst, so dass Du Dinge wahrnimmst, die Dir vorher gar nicht aufgefallen sind. Dies ist die Sinneswahrnehmung im gegenwärtigen Moment.
Wenn Du mit anderen kommunizierst, bedeutet dies, die kleinen aber entscheidenden Signale wahrzunehmen, die Dich wissen lassen, wie die anderen reagieren.
Wenn Du denkst - das heisst mit Dir selbst kommunizierst - bedeutet dies erhöhte Aufmerksamkeit für Deine inneren Bilder, Töne, Stimmen und Gefühle.

NLP zielt darauf ab, den Menschen mehr Wahlmöglichkeiten für ihr Verhalten zu geben. Nur eine Möglichkeit zur Verfügung zu haben, um etwas zu tun, lässt überhaupt keine Wahl. Manchmal funktioniert es und manchmal nicht, daher gibt es immer Situationen, mit denen Du nicht umgehen kannst. Zwei Möglichkeiten bringen Dich in ein Dilemma. Eine echte Wahl zu haben bedeutet, über ein Minimum von drei Vorgehensweisen zu verfügen. In jeder Interaktion wird die Person, die die meisten Wahlmöglichkeiten und die höchste Flexibilität im Verhalten zur Verfügung hat, die Situation unter Kontrolle haben.

Wenn Du immer das tust,
was Du schon immer getan hast,
wirst Du immer das bekommen,
was Du schon immer bekommen hast.

Wenn das was Du tust, nicht wirkt,
tu etwas anderes.


Aus: "Neurolingusitisches Programmieren: Gelungene Kommunikation und persönliche Entfaltung" von Joseph O'Connor und John Seymour